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Trainingssteuerung

Leistungsport

Leistungssport & Trainingssteuerung

Eine Sensibilisierung dafür, wann und wo „Grenzüberschreitungen“ sinnvoll sind und ab wann und wo „Selbstmissbrauch“ beginnt, ist vor allem für kompetitive Naturen sehr wesentlich. Um Fragen wie diese nutzbringend beantworten zu können, braucht es Methoden, die der subjektiven Eigenwahrnehmung objektivierbare Fakten gegenüberstellen, und Tools, die Belastungs- und Regenerationsphasen gleichermaßen berücksichtigen.

Ziel von HRV-Langzeitmessungen im Leistungssport ist das Verhindern von Leistungseinbrüchen. Übertraining ist das Burnout des Sports, das es in jedem Fall zu verhindern gilt! Egal wie „individualisiert“ der eigene Trainingsplan ausgetüftelt sein mag – der Mensch ist keine Maschine. Und Ausfälle über Wochen (aufgrund von Belastungsbrüchen, rezidivierenden Infektionen u. ä.) sind bedauerlicherweise nach wie vor keine Seltenheit.

Durch die detaillierte Analyse aller Tagesaktivitäten bekommen Sportler:innen ein besseres Gefühl für ihren gesamten Energiehaushalt (Leistung & Entspannung) und können so den idealen Zeitpunkt für neue Trainingsreize bestimmen (Trainings-Readiness). Mit HRV-Messungen lässt sich Übertraining garantiert vermeiden!

Für persönliche Erfolge und Bestleistungen – ob bei Wettkämpfen oder im Training – zeichnet nicht nur ein individuell abgestimmter Trainingsplan verantwortlich, sondern in hohem Maße die Fähigkeit, die Energietanks effektiv aufladen zu können (Regenerationskultur). Nur wer seine Regenerationsfähigkeit trainiert, wird Spitzenleistungen erbringen können.

Die HRV ist somit eine wertvolle Ergänzung für Trainer:innen und Athlet:innen. Sie liefert, basierend auf den individuellen Messergebnissen, zuverlässige und verbindliche Aussagen zum gesamten Tagesgeschehen inkl. Schlafqualität der gemessenen Person.

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Zu den wesentlichen Messparametern zählt in erster Linie eine verlässliche Auskunft über die neurophysiologische Belastung (NPB) während des Sports (Training wie Wettkampf):

- Welche psychische und physische Reizantwort zieht die jeweilige Trainingseinheit nach sich?
- Konnte sich der Organismus an die Trainingsbelastung (Stress) anpassen?
- Stehen die eigenen Ziele mit der individuellen Konstitution im Einklang?

Insbesondere der Erholungsfähigkeit im Nachtschlaf kommt, wie eingangs erwähnt, eine geradezu immense Bedeutung zu. Mit dem Stress-Erholungsparameter (kurz STEP) wird in der HRV die Regulationsfähigkeit eines Organismus gemessen. Die durchschnittliche Herzrate in der Nacht liefert in Kombination mit den Messdaten zur Atmung (Atemfrequenz, RSA, QPA) Aufschluss darüber, ob der Trainingsreiz zu schwach, zu stark oder passend war. Diese Ergebnisse bieten einem die Möglichkeit, Trainingspläne kurzfristig zu adaptieren und die Quantität und Qualität der Regeneration, falls nötig, anzupassen.

Neben diesen Messparametern werden die Fähigkeit eines Organismus zur Downregulation nach dem Training („leistungsadaptive Regeneration“ / Dynamik C), sämtliche Atmungswerte auch tagsüber (Atemfrequenz, Puls-Atem-Quotient) sowie Tachogramm, Scatterplot und Histogramm erfasst.

Deine persönliche Performance wird, wie gesagt, über die Gesamtdauer von 24 Stunden, also in allen Lebensbereichen eines Tages, mit dem HRV-Rekorder aufgezeichnet. Bei (!) jeder protokollierten Aktivität einsehbar sind: alle Details zu Pulskurve, durchschnittliche Herzrate, maximale und minimale Herzrate, pNN50 & r-MSSD (Atmungsparameter), Total Power (gesamt und gesondert in den Frequenzbereichen VLF, LF und HF). Sie werden darüber hinaus im Verhältnis zu den jeweiligen durchschnittlichen Tageswerten dargestellt.

Gemessen wird mit dem Bodyguard 2 von Firstbeat Technologies, der lediglich 24g wiegt und eine Abtastrate von 1.000 Hz hat. Mit anderen Worten, es wird 1.000 Mal pro Sekunde nach einem Peak in der Herzrate gesucht. Messdaten können im Lebensfeuer®-Analyseportal von verschiedensten Messgeräten (Garmin, Suunto, Polar etc.) eingespeist und ausgewertet werden. Sowohl die Abtastrate als auch die Dauer der Messung sind entscheidend für die Genauigkeit der Ergebnisse und ihre Praxisrelevanz.

Aber keine Sorge! Du musst nicht zum Mathematiker Deiner HRV werden. Hierfür gibt es Profis, die Dir verständliche und sofort umsetzbare Ergebnisse liefern. Du lernst mit jedem Messergebnis dazu und entwickelst – quasi von selbst – mehr Sensibilität dafür, die Signale Deines Körpers „fehlerfrei“ zu interpretieren. Kurz, es sind nicht unzählige HRV-Langzeit-Messungen nötig, um den Benefit voll ausschöpfen zu können. Wichtig ist eine solide Erhebung der Ausgangssituation (der Ist-Zustand, gemessen über mehrere Tage), um Trainingspläne Deiner individuellen Konstitution anpassen zu können. Danach kann mit HRV-Kurzzeitmessungen (15-Minuten-Messungen) jederzeit kostengünstig und schnell festgestellt werden, ob sich an der Basis grundsätzlich etwas verändert hat. Die Notwendigkeit bzw. Sinnhaftigkeit weiterer Langzeitmessungen richtet sich nach Deinen sportlichen Zielen und Deiner subjektiven Befindlichkeit und ist von Athlet zu Athlet unterschiedlich.
 
Belastungen müssen nicht immer vom Trainingsplan herrühren, sondern werden häufig durch Arbeit, Stress in der Familie, allgemeine Befindlichkeitsstörungen o. ä. verursacht. Es liegt sehr viel Wahres in der Feststellung John Donnes’: „No man is an island entire of itself.“ („Kein Mensch ist eine Insel, in sich ganz.“), die zum Ausdruck bringen soll, dass der Mensch als bio-psycho-soziales Wesen tagtäglich einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt ist, die ihn beeinflussen und Auslöser für Aufwärts- oder Abwärtsspiralen sein können.

Dein Benefit

Ob als einmalig, mehrmals oder monatlich (im Betreuungspaket STEP BY STEP), fest steht: die HRV-Messungen bieten Dir ein umfängliches Feedback zu Deinem Ist-Zustand und berücksichtigen alle wesentlichen Parameter Deines Tagesgeschehens.

Dein Regenerationspotential im Besonderen (Pausen, Nachtschlaf etc.) gibt Aufschluss über Deine Leistungsbereitschaft und ist ein zentral für die Individualisierung Deines Trainingsplans. Damit wird nicht nur jedes Übertraining – das Burnout des Sports – vermieden, sondern sichergestellt, dass der richtige Trainingsreiz auch zum richtigen Zeitpunkt gesetzt wird.

Zugleich ist das Kennenlernen der eigenen Ressourcen zum Zweck sportlicher Leistungssteigerung so zu verstehen, dass Du Dich nach eingehender Beschäftigung bewusst entscheiden kannst, welchen „Preis“ Du letzten Endes wofür zu „zahlen“ bereit bist.

heartrates arbeitet mit Experten, lauter erfahrenen, motivierten und qualifizierten Menschen, im Bereich „Bewegung“ und „Ernährung“ zusammen und kann Dir nach einer HRV-Analyse die Trainer:innen empfehlen, die zu Dir passen und Dich auf Grundlage Deiner persönlichen HRV-Messergebnisse nutzbringend zu beraten wissen.

Zustand vor Beginn des Triathlon-Trainings

Triathlon-Trainingsbeginn

H., ein 46 Jahre alter, ambitionierter Hobbytriathlet, der seit frühester Kindheit mit großer Begeisterung die Freude am Sport für sich entdeckte. Das HRV-Messbild zeigt den Ist-Zustand vor dem Beginn des Triathlon-Trainings. H.s Zielsetzung war es, nach zwei Jahren Training beim Ironman am Wörthersee mit knapp unter 10 Stunden ins Finish zu laufen.

Seine HRV zeigt, dass dies eine durchaus realistische Zielsetzung ist. Sein General Vitality Index (GVI), also die Summe aller Leistungsdaten, beläuft sich auf 476 Punkte und entspricht einem Plus von 150 Punkten im Vergleich zu seiner Peergroup. Die Vagusaktivität (pNN50) liegt tagsüber durchschnittlich bei 10,12% und nachts durchschnittlich bei 20,17%. Der Very Low Frequency Bereich (VLF) ist mit 3.100msec2 (50%) sehr gut repräsentiert. In 24h schlägt sein Herz 85.252 Mal – ein durchaus ökonomischer Wert. Sein biologisches Alter liegt bei 31 Jahren.

  • 85.252 Herzschläge in 24 Stunden
  • GVI 476 (=Summe aller Leistungsdaten, Peergroup 326)
  • ø Total Power: 6.300 msec2
  • ø Herzrate tagsüber: 66,32 BpM (Peergroup 80 BpM)
  • ø Herzrate nachts: 51,70 BpM (Peergroup 58,7 BpM)
  • Gesamtvariabilität: 124 Herzschläge (Peergroup 103,5 Herzschläge)
  • Differenz Tag/Nacht: 18 Herzschläge (Peergroup 22,7 Herzschläge, allerdings auf einem schlechteren Niveau)
  • pNN50: 10,12% tagsüber, 20,17% nachts
  • VLF: 3.100 msec2 (50%), LF 1.560 msec2 (25%), HF 490msec2 (7,8%)

nach drei Monaten Triathlon-Training

nach drei Monaten Triathlon-Training

Nach drei Monaten Triathlon-Training (in der Freizeit und neben 30h Erwerbstätigkeit pro Woche) zeigt sich bei H. insgesamt eine deutliche Verschlechterung seines Allgemeinzustandes.

Wenngleich er die Dynamik B (Differenz der Herzschläge im Niveau Tag/Nacht) um 9 Pulsschläge ausbauen konnte, und der VLF-Bereich auf 54,7% anstieg, sank der GVI um 127 Punkte auf 349 und auch die Vagusaktivität (pNN50) ging auf knapp die Hälfte zurück. Tagsüber beläuft sich die pNN50 durchschnittlich auf 4,11% und nachts auf durchschnittlich auf 11,7%. Die Anzahl der Herzschläge in 24h ist weniger ökonomisch und liegt bei 92.894 Herzschlägen. Modifikationen am Trainingsplan wollte H. zu diesem Zeitpunkt noch keine vornehmen.

  • 92.894 Herzschläge in 24 Stunden
  • GVI 349
  • ø Total Power: 4.700 msec2
  • ø Herzrate tagsüber: 67,87 BpM
  • ø Herzrate nachts: 55,38 BpM
  • Gesamtvariabilität: 133 Herzschläge
  • Differenz Tag/Nacht: 16 Herzschläge
  • pNN50: 4,11% tagsüber, 11,7% nachts
  • VLF: 2.500 msec2 (54,7%), LF 1.500 msec2 (32,5%), HF 144msec2 (4,61%)

im Übertraining

im Übertraining

Hohe Trainingsbelastungen in Verbindung mit unzureichender Regeneration können zu Übertraining, Leistungsstagnation und Leistungsrückgang führen. Nach 7 Monaten intensiven Triathlon-Trainings wird deutlich, dass H.s Trainer die Trainingsreize im Verhältnis zum Regenerationspotenzial zu intensiv gesetzt hatte. Der Trainings-Duathlon am Messtag (1h35min Radfahren, 40min Laufen) war ebenso keineswegs ideal geplant.

Die Schlafqualität hat sich deutlich verschlechtert, es ist kaum mehr RSA sichtbar. Insgesamt ist die Vagusaktivität (pNN50) stark rückläufig und liegt tagsüber durchschnittlich nur noch bei 2,51% und nachts durchschnittlich bei 10,83%. Der GVI  fiel im Vergleich zur Messung vor Trainingsbeginn sogar um 221 Punkte und beläuft sich nur noch auf 255. Die Anzahl der Herzschläge liegt in 24h bei 99.168 Herzschlägen, der VLF-Bereich sank auf 50,6%. 

Diese Messung zog eine Regenerationspause und eine Überarbeitung des Trainingsplans nach sich. Die Energie allerdings, die H. aufgrund seiner nicht individualisierten Trainingssteuerung in diesen 7 Monaten Training „liegen ließ“, schenkt ihm niemand zurück.

  • 99.168 Herzschläge in 24 Stunden
  • GVI 255
  • ø Total Power: 3.700 msec2
  • ø Herzrate tagsüber: 72,77 BpM
  • ø Herzrate nachts: 54,49 BpM
  • Gesamtvariabilität: 147 Herzschläge
  • Differenz Tag/Nacht: 25 Herzschläge
  • pNN50: 2,51% tagsüber, 10,83% nachts
  • VLF: 1.800 msec2 (50,6%), LF 1.200 msec2 (33,8%), HF 167msec2 (4,61%)

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